Wer meinen Blog schon länger liest, kennt wahrscheinlich einige Teile meiner Unternehmergeschichte. Ich habe hier über die Jahre viel über Führung, Unternehmensnachfolge und die Fehler geschrieben, die ich selbst gemacht habe. Auch in meinem damaligen Podcast Follow-Up.fm war vieles davon Thema.
Anfang 2025 habe ich mein Unternehmen verkauft. Damit endeten sechzehn Jahre, in denen die Firma einen ziemlich großen Teil meines Lebens bestimmt hatte. Schon kurz danach begann ich damit, diese Zeit aufzuschreiben. Eigentlich dachte ich, das würde recht einfach werden. Schließlich war ich ja dabei gewesen.
Das war, wie sich herausstellte, eine ziemlich naive Annahme.
Sechzehn Jahre in einem Buch
Vier vollständige Manuskripte habe ich wieder verworfen. Mal war der Text zu emotional, mal zu sachlich, mal funktionierte die ganze Geschichte einfach nicht. Außerdem musste ich feststellen, dass man sechzehn Jahre Unternehmensgeschichte erstaunlich unterschiedlich erzählen kann, je nachdem, welchen Teil man gerade besonders wichtig findet.
Am Ende habe ich mich auf eine Frage konzentriert, die mich über viele Jahre begleitet hat: Wie organisiert man ein Unternehmen so, dass es auch ohne die ständige Anwesenheit seines Geschäftsführers funktioniert?
Bei mir begann diese Geschichte 2009 mit einem eigentlich auf zwei Jahre begrenzten Einstieg in das Unternehmen meiner Eltern. Ende 2010 starb mein Vater, und aus dem Provisorium wurde eine ziemlich langfristige Aufgabe. Zunächst ging es darum, das wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen überhaupt am Leben zu halten. Später beschäftigte uns zunehmend die Frage, wie wir aus einem Betrieb, in dem unglaublich viel an einzelnen Menschen hing, eine besser organisierte Firma machen konnten.
Dabei musste ich irgendwann feststellen, dass ich selbst zu einem erheblichen Teil des Problems geworden war. Wer über Jahre Entscheidungen trifft, Informationen sammelt und Schwierigkeiten löst, wird ziemlich schnell zur zentralen Anlaufstelle. Das fühlt sich durchaus gut an. Zumindest so lange, bis man merkt, dass damit auch jede Menge neue Abhängigkeiten entstanden sind.
Anfang 2025 kam dann der entscheidende Test: Ich verkaufte das Unternehmen und schied aus. Entgegen meiner eigenen Erwartung gab es anschließend erstaunlich wenige Rückfragen. Die Firma arbeitete einfach weiter.
Ich war stolz darauf. Gleichzeitig musste ich mich erst einmal daran gewöhnen, dass ich tatsächlich nicht mehr gebraucht wurde.
Damit es ohne mich geht
Genau so heißt deshalb auch mein Buch, das am 3. November 2026 erscheint:
„Damit es ohne mich geht – Eine Unternehmergeschichte über Führung, Abhängigkeit und Loslassen“
Darin beschreibe ich, wie wir über die Jahre Wissen verteilt, Aufgaben und Verantwortlichkeiten geklärt, Entscheidungsrechte verändert und Führung aufgebaut haben. Vieles entstand aus konkreten Problemen, manches aus Fehlentscheidungen und einiges durch die Unterstützung von Menschen, die an verschiedenen Stellen deutlich mehr verstanden als ich.
Auch die persönliche Seite gehört dazu. Gerade das Loslassen war für mich schwieriger, als ich vorher gedacht hatte.
Ich hoffe, dass sich Menschen, die selbst ein Unternehmen führen, Verantwortung übernehmen oder eine Nachfolge vorbereiten, in einigen dieser Situationen wiedererkennen. Und vielleicht hilft meine Erfahrung dabei, manche Fehler etwas früher zu erkennen, als ich es damals getan habe.
Das Buch erscheint im eigenen Hoßfeld Verlag als Paperback für 19,90 €, das E-Book kostet 9,99 €.
Alle Informationen zum Buch, den Inhalten und den Bezugsmöglichkeiten findest Du auf meiner Buchseite.
Ich freue mich natürlich sehr über Rückmeldungen, insbesondere von Menschen, die selbst schon einmal vor ähnlichen Herausforderungen standen.



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