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Bildquellenangabe: Petra Bork / pixelio.de

Ich habe es nicht geschafft, noch im Januar zu bloggen, wie ich es eigentlich vor hatte. Viel länger hat es aber auch nicht gedauert. Der Hintergrund ist einfach: Weihnachten hat mich 2018 komplett überrascht. In meiner letzten Woche im Büro sagte mir meine Mentorin, als ich darüber sprach, wie ich mich auf mein Jahresreview freue: „Du weißt schon, dass Montag Heiligabend ist, oder?

Irgendwie hatte mein Hirn das nicht präsent. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass ich dann nach der Bürozeiten wie in jedem Jahr zwei bis drei Tage habe. Diese nutze ich immer, um auf das Jahr zurückzublicken, meine Ziele zu überprüfen und einen Plan für das Folgejahr zu machen.

Vom Büro nach Leipzig

Stattdessen begannen, ohne Pause, die Feiertage. Und am zweiten Feiertag fuhr ich, wie im Vorjahr, nach Leipzig zum 35C3. Die vier Tage waren anstrengend und faszinierend. An meinem Fazit vom letzten Jahr hat sich nicht viel geändert. Es ist ein Tech-Utopia – für meinen Geschmack manchmal zu gesellschaftspolitisch bzw. mit zu starker persönlicher Meinung in den Beiträgen. Aber zweifellos Zeit und Geld wert. Ich habe mir Talks zu Neutrinoforschung und Mission Control angehört, ebenso wie den netzpolitischen Wetterbericht und den Jahresrückblick des CCC. Dazu habe ich dieses Jahr auch mal Leipzig angesehen. Eine wirklich schöne Stadt!

Insofern war mein Jahresabschluss praktisch nicht vorhanden und wurde, notgedrungen, an den Anfang von 2019 geschoben.

Gemischte Gefühle bei den persönlichen Zielen

Mein Rückblick beginnt immer damit, dass ich meine Ziele vom Jahresanfang noch einmal ansehe. Da fällt mein Fazit gemischt aus. Eindeutig erreicht habe ich, dass dieser Blog alle zwei Wochen Content bekommen hat. Das finde ich richtig klasse, und es hat auch nur deshalb geklappt, weil ich viele Beiträge gebündelt geschrieben habe. Im gleichen Gedanken muss ich feststellen, dass mein Podcast nicht mit der gleichen Frequenz weiter ging, wie im Vorjahr. Als ich im Mai absehen konnte, dass ich das nicht schaffe, hatte ich mir schon gestattet, dieses Ziel nicht weiterzugeben verfolgen. Statt einem festen Rhythmus habe ich also nach Bedarf und Gelegenheit Podcasts produziert. Schreiben fällt mir leichter und ist vom Zeitaufwand her meist besser planbar als der Podcast. Deshalb kam er kürzer, als ich ursprünglich wollte. Das wird auch 2019 so weiter gehen – in der kommenden Woche gehe ich eine Episode mit einem Gast aus Hessen aufnehmen. Weitere Termine sind noch nicht geplant.

Zeit, die eigenen Schwerpunkte nochmal zu evaluieren

Ein Grund dafür ist auch, dass sich mein persönlicher Schwerpunkt im Laufe des Jahres massiv verschoben hat. Als ich anfing mit Podcast und Blog habe ich querbeet Themen aus dem Bereich der Unternehmensnachfolge aufgegriffen. Mittlerweile ist hier ein Fokus entstanden bzw. größer geworden, da ich ja auch in meinem Unternehmen immer mit neuen Entwicklungen zu tun habe. Die Bereiche Unternehmenskultur und Leadership, insbesondere wenn es um Veränderungsprozessen geht, haben mich 2018 besonders stark begleitet. Mein Fokus ist hier schärfer geworden – ich habe erkannt, dass meine persönliche Entwicklung ein limitierender Faktor für die Entwicklung meines Unternehmens ist. Und ich habe erkannt, dass die Förderung von Menschen und die Wahrnehmung von Bedürfnissen, Wünschen und Überzeugungen die wichtigste Unternehmeraufgabe ist – zumindest wenn Dein Ziel ist, ein dauerhaft erfolgreiches, anpassungsfähiges und für alle zufriedenstellendes Unternehmen zu bauen.

Auch 2019 geht es hier weiter

Mit dieser Erkenntnis stehen für mich 2019 einige Neuerungen an. Ich habe mich zur Wahl als Landesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Saarland gestellt. 2019 und 2020 vertrete ich das Land im Bundesvorstand und bekomme die Chance, neben tollen Kontakten kennenlernen auch selbst viel neues zu lernen. Darauf freue ich mich, und dank einer tollen Einarbeitung durch meine Vorgängerin fühle ich mich dieser Aufgabe auch gewachsen.

Das, was ich im Ehrenamt lerne, bringe ich auch in das Unternehmen ein. Den Kurs des Wandels der Unternehmenskultur setze ich mit meinem Team fort. Wir haben für dieses Jahr ambitionierte Ziele. Und neben deren Erreichung steht für uns auch das Thema Entwicklung jedes Einzelnen, jeder Einzelner, hoch im Kurs. Ich freue mich unheimlich auf diese Aufgabe, weil es für mein Unternehmen, nach Führungswechsel und Sanierung, der nächste große Schritt in die Zukunft ist. Das Feedback, dass mir mein Team in den letzten Monaten gegeben hat, war nicht immer einfach – aber unglaublich wertvoll. Ich bin dankbar und stolz darauf, dass jeder sich so einbringt und auch mitwirkt, die Zukunft zu gestalten.

Da nun auch endlich ernsthafter Ausbau der Infrastruktur bevorsteht und teilweise begonnen wurde, ist eine große Herausforderung der letzten Jahre hoffentlich bald Geschichte.

Housekeeping

Ich werde, sowohl in Audio- als auch Schriftform, wieder unregelmäßig darüber berichten. Die Schärfung meines Fokus würde ich auch gerne in Blog und Podcast einbringen. Im Laufe des zweiten Quartals möchte ich mir dazu Gedanken machen. Ich würde mich sehr freuen, von Dir zu hören, welche Themen Dir unter den Nägeln brennen. Vielleicht kann ich das ja bei der Gelegenheit aufgreifen.

Ein lustiger Fakt am Rande: Neben dem offensichtlichen Suchfeld „Unternehmensnachfolge“ kommen viele Menschen durch GTD und persönliche Produktivität zu mir. Das ist für mich als Unternehmer sowohl ganz egoistisch wichtig, es ist aber auch ein Steckenpferd. Es macht mir Spaß, an Produktivität zu arbeiten, neue Tools auszuprobieren und das auch weiterzugeben. Deshalb werde ich dieses Jahr auch eine Einführung zu GTD an der HTW anbieten und auch ein kleines Training dazu konzipieren. Zudem wird es Zeit für einen neuen Blogbeitrag, weil ich hier auch wieder ganz viel geändert habe.

In diesem Sinne freue ich mich auf ein lehrreiches und spannendes Jahr 2019 – und darauf, mit meinem Team den nächsten Schritt zu machen. Ich danke Euch für Eure Unterstützung!

Hinweis: Für die, die lieber hören als lesen, gibt es dieses Thema auch als Episode bei Follow-Up.fm – allerdings habe ich zwei der vorgestellten Podcasts für den Blog ausgetauscht.

Obwohl es schon hunderte toller Podcasts im deutschsprachigen Raum gibt, ist es immer noch eine Nische. In den USA sind Podcasts viel weiter verbreitet und es gibt schon viel mehr Geschäftsmodelle mit ihnen.

Ich nutze Podcasts primär, um mein Wissen zu erhöhen und Impulse zu bekommen. Heute stelle ich Dir meine (persönlichen) Empfehlungen vor.

Führung auf den Punkt gebracht von Bernd Geropp

Der erste Podcast, den ich empfehlen möchte, ist „Führung auf den Punkt gebracht“ von Bernd Geropp. Der ist, nicht umsonst, schon lange immer in den Top 10, meist sogar in den Top 5, der Management-Charts bei iTunes. Bernd ist Führungskräftecoach und Trainer. In seinen Episoden widmet er sich dem gesamten Themenkomplex „Führung“ – nicht ausschließlich aus Unternehmersicht, sondern auch für angestellte Führungskräfte. Die Themen reichen von ganz praktischen Dingen wie „wie führe ich ein Mitarbeitergespräch“ bis hin zu unternehmerischen Fragen wie der Entwicklung einer Vision.

Die Episoden sind recht kompakt, oft zwischen 20 und 30 Minuten lang, und sind wirklich „auf den Punkt gebracht“. Oft gibt es Downloads zu einzelnen Folgen, oder er spricht mit hochkarätigen Gästen. Den Abschluss bildet immer ein tolles Zitat, das zum Thema der Episode passt. Einige davon haben es auch schon in meine Sammlung geschafft.

Als Führungskraft hilft Dir dieser Podcast, weil Führung, wie ich immer wieder betone, Dein einzigartiges Skillset ist, das Du ihn Dein Team einbringst. Bei Bernd Geropp erhältst Du also viele wertvolle Werkzeuge und Tipps für einen kritischen Arbeitsbereich, ebenso wie weiterführende Angebote. So kannst Du bei ihm auch im Rahmen einer Online-Leadershipplattform und eines Masterminds an Deinen Fähigkeiten arbeiten.

Sternengeschichten von Florian Freistetter

Astronomie und Astrophysik sind Themen, die mich brennend interessieren – und von denen ich nichts verstehe. Das ist die ideale Kombination, um daran etwas zu ändern. Florian Freistetter veröffentlicht wöchentlich eine seiner Sternengeschichten. Die Episoden sind sehr kurz und fokussiert, meist 10 – 15 Minuten lang.

Er erklärt dabei sehr viel und schafft es immer wieder, tolle Beispiele und Bilder zu finden, die das erleichtern. Ich halte es für sehr wichtig, seinen persönlichen Horizont immer wieder zu erweitern. Etwas spannenderes als das Universum mit allem was darin ist, kannst Du Dir dafür eigentlich nicht aussuchen. Die Sternengeschichten sind ein toller Einstieg und vermitteln Wissen auf eine nahezu perfekte Art. Allerdings merke ich selbst bei diesem sehr einsteigerfreundlichen Podcast, dass mir massiv Grundlagen der Physik fehlen. Sei es drum, ich höre sie weiter gerne. Und was ebenfalls auffällig ist, ist die Begeisterung des Machers. Florian Freistetter hört man in jeder seiner über 200 Episoden an, wie sehr in sein Fachgebiet fasziniert. Eine klare Empfehlung!

Hoaxilla von den Waschkaus

Meine dritte Empfehlung ist Hoaxilla, ein Podcast des Ehepaars Waschkau. Die beiden beschäftigen sich bei Hoaxilla, von dem es mittlerweile auch Ableger wie eine TV-Sendung und Bücher gibt, mit Urban Legends und anderen Mythen. Sie unterziehen diese dabei einer kritischen Prüfung und leisten damit viel wertvolle Aufklärungsarbeit.

Die Episoden von Hoaxilla sind etwas länger als viele andere Podcasts, im Schnitt etwa eine Stunde. Das Hauptthema wird dabei von einer „Story der Woche“, einer Art Ratespiel ob sie wahr oder falsch ist, sowie einem Orgablock eingerahmt. Beim Hauptthema liefern die beiden Macher sehr viel Kontext und untersuchen das Thema intensiv. Wie zu erwarten halten die meisten Mythen und Legenden (Alexa Waschkau spricht auch oft von „modernen Sagen“) keiner kritischen Überprüfung stand.

Warum solltest Du nun Hoaxilla hören, fragst Du Dich sicher gerade. Nun, mal abgesehen davon, dass der Podcast sehr unterhaltsam ist, liefert er Dir noch ein wertvolles Meta-Skillset: Ich betone ja oft, wie wichtig Gefühl bei der Nachfolge und als Unternehmer ist. Du musst für Deine Vision und Dein Team brennen. Allerdings gibt es auch viele Bereiche, in denen Du sehr rational sein solltest. Hoaxilla erinnert Dich daran, immer wieder Quellen und Fakten zu überprüfen – das kann Dir irgendwann den Hals retten.

Logbuch: Netzpolitik von Tim Pritlove und Linus Neumann

Was gibt es schöneres, als eine Extraportion Sarkasmus und Zynismus in regelmäßiger Form? Nicht sehr viel (und in dem Thema bleibt einem auch oft nicht viel anderes übrig), weshalb LNP ebenfalls in meinen Abos zu finden ist. Über zwei Stunden lang schauen die Hosts auf die aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Digitalisierung, mit einem besonderen Fokus auf (gesellschafts-)rechtliche Themenbereiche.

Nun muss man sicherlich nicht mit allen Positionen übereinstimmen. Die politische Färbung ist deutlich und im Hinblick auf den Hintergrund beider Protagonisten auch vorhersehbar. Allerdings ist es wie so oft: Selbst wenn man etwas weniger wichtig findet, ist man vielleicht stark dadurch betroffen. Oft, ohne es zu wissen.

LNP leistet hier wertvolle Aufklärungsarbeit. Es greift aktuelle Themen auf, gibt ihnen Kontext und Tiefe und ist damit sowohl Journalismus, als auch Wissensförderung in einem. Besonders imponierend sind die technischen Erklärungen. Obwohl beide sehr tief in dieser Materie stecken, verstehen sie es immer, selbst komplexe technische Sachverhalte für ein breites Publikum verständlich zu erläutern.

Und egal, ob es einem passt: Die Themen von LNP gehen uns alle an. Denn sie betreffen uns, jeden Tag, ob wir es merken oder nicht.

CRE: Technik, Kultur, Gesellschaft von Tim Pritlove

Wenn es um Podcasts im deutschsprachigen Raum geht, darf der „Papst der deutschen Podcastszene“, Tim Pritlove, nicht fehlen – in meiner Liste kommt er sogar zwei Mal vor. Bei CRE widmet er sich intensiv Themen aus allen Bereichen des menschlichen Daseins. Das Spektrum ist riesig.

Und weil er sich intensiv damit beschäftigen will, sind CRE-Episoden auch sehr, und ich meine sehr, lang. Im Schnitt drei Stunden und mehr! Und dank hochkarätiger Gäste sind sie dennoch nie langweilig.

Warum also eine Empfehlung wie CRE, für das Du drei Stunden aufwenden sollst, die meist nicht einmal mit den Themen Nachfolge und Unternehmertum zu tun haben? Ich empfehle es deshalb, weil Du in Deiner Rolle definitiv Gefahr läufst, Scheuklappen aufzusetzen. Es gibt so viele Bereiche, in denen Du aktiv bist, dass Du vielleicht manchmal die Lust verlierst, Dich einfach so mit etwas anderem zu beschäftigen. CRE hilft Dir dabei, indem es Dich mit einer Vielzahl spannender Themen, mittlerweile über 200, versorgt, die Dir helfen, den Kopf auch mal frei zu bekommen. Und als kleiner Bonus wirst Du auch bei jedem Allgemeinwissensquiz besser dastehen.

Und was hörst Du so?

Podcasts sind für mich ständige Begleiter. Meistens höre ich sie auf Dienstreisen und auch längeren Privatfahrten. Einen Podcast zu machen ist nicht schwer und ein tolles Mittel, Wissen zu vermitteln. Deshalb habe ich Follow-Up.fm und den BPS überhaupt angefangen. Und es gibt noch so viele tolle Angebote, für die mir einfach die Zeit fehlt.

Was sind denn Deine Lieblingscasts? Und warum? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Ich schreibe diesen Blogeintrag in Köln, im Startplatz. Hier bin ich als Teilnehmer des Business Podcast Barcamp. Ganz neu ist mir das Thema nicht, genauer, es ist mein zweites Barcamp. Das Format ist, gelinde gesagt, awesome.

Was ist ein Barcamp?

Barcamps sind sogenannte „Unkonferenzen“. Es gibt ein Oberthema, in diesem Fall Business Podcasts, eine Location und das war es auch schon. Was es nicht gibt, ist eine Agenda. Diese wird nämlich durch die Teilnehmer am ersten Tag vor Ort erstellt. Jeder kann Sessions anbieten, oder Fragen stellen und sich in einer Session Ratschläge anderer Teilnehmer holen.

Hinzu kommen besondere Regeln. So ist der Wechsel mitten in Sessions absolut erlaubt und gefördert, auch das Aussetzen ist völlig in Ordnung. Der Vorteil: Es werden nur Themen behandelt, die Interesse erzeugen und niemand ist gezwungen bei Themen dabei zu sein, die ihn oder sie nicht interessieren.

Sessionplanung Tag 1

Input Faktor vier bis fünf im Vergleich zu klassischen Konferenzen – und weniger Orga!

Was chaotisch klingt, ist für mich ein Erfolgsmodell. Ich habe aus beiden Barcamps, die ich bislang besucht habe, um den Faktor vier bis fünf mehr mitgenommen, als bei klassischen Konferenzen. Dazu kam noch ein sehr reger Austausch aller Teilnehmer, so dass auch neue Kontakte entstehen. Deshalb kann ich das Format vorbehaltlos weiter empfehlen.

Auch aus Sicht der Veranstalter ergeben Barcamps viel Sinn. Organisiert werden muss nur der Rahmen. Kein Call for Papers, kein Auswahlverfahren, keine verletzten Gefühle, keine Härtefälle. Das hält Kosten und Aufwand in einem klar definierten Rahmen. Setzt man dann noch Werkzeuge wie Eventbrite oder Digistore ein, kann auch noch die formelle Rechnungsstellung stark vereinfacht werden. Ich finde es unter diesen Gesichtspunkten absolut nachvollziehbar, dass es immer mehr Barcamps gibt.

Was nehme ich konkret aus Köln mit

In Köln habe ich viele der Menschen getroffen, deren Podcasts ich selbst höre. Darunter war neben Maik Pfingsten auch beispielsweise Olaf Dammann, Bernd Geropp und Jörg Walter. Aber es ging natürlich um viel mehr als reines Networking. Am ersten Tag besuchte ich drei Sessions.

In der ersten haben erfahrene Podcaster zahlreiche Tipps zum Thema Reichweitenerhöhung bei Podcasts gegeben. Ich habe dabei zahlreiche Impulse mitgenommen, um künftig noch mehr Menschen mit meiner Botschaft zu erreichen – schließlich ist es nach wie vor mein Ziel, dass StartUp-Gründung und Nachfolge zukünftig gleichgesetzt sind, sowohl in Methodik als auch Attraktivität.

Von Reichweite bis Technik gab es alles rund ums Thema Podcasts

Von Reichweite bis Technik gab es alles rund ums Thema Podcasts

Wie musst man Erfolg beim Podcasting?

Im zweiten Timeslot (hier funktionieren Barcamps wie jede Konferenz – es gibt ein oder mehrere Tracks mit einer bestimmten Anzahl Zeitfenster für Sessions) habe ich mir von einem Experten die Funktion und den Einsatz von Facebookwerbung erläutern lassen. Es ist erstaunlich, mit welchen Mitteln man arbeiten muss, um eine Zielgruppe möglichst genau anzusprechen.

Zum Abschluss des ersten Tages ging es um die Erfolgsfaktoren des Podcastings. Es war sehr spannend zu sehen, welche Schwerpunkte je nach Thema und Zielgruppe gesetzt werden. Von Verwirklichung einer Vision bis zum einzelnen Download waren alle denkbaren Antworten auf die Frage dabei. Anschließend gab es noch zahlreiche Gespräche in lockerer Atmosphäre – Fachsimpeln, die Vorstellung der neuesten Tools und konkrete Unterstützung von angehenden Podcastern, die Gruppe blieb bis abends zusammen.

Der zweite Tag: Kaffeemangel

Was wollen 20 Teilnehmer morgens um neun nicht hören? Richtig, die Aussage „der Kaffee dauert aber noch 20 Minuten“. Nach diesem kleinen Stolperer begann der zweite Tag klassisch mit der Sessionplanung.

Sessionplanung Tag 2

Sessionplanung Tag 2

Ich dachte eigentlich, dass praktisch alles, was ich an Fragen hatte, schon am ersten Tag beantwortet wurde. Das war aber falsch. Die Pause hat noch viel Kreativität freigesetzt, und so gab es auch am zweiten Tag spannende Sessions. SEO-Strategie, Redaktionsworkflow, Growth Hacks… meine Einschätzung, die Themen seien erschöpft, erwies sich als komplett falsch.

SEO für Anfänger – mit einem klaren Ergebnis

In der ersten Session gab es sehr wertvolle Tipps zum Thema Strategie. Ausgehend von der (relativ plakativen) Frage „wie komme ich auf die erste Seite von Google?“ wurden Tools zur Verbesserung der Homepage, Taktiken zur Keyword-Recherche und Messkriterien besprochen. Gerade die erfahreneren Podcaster hatten da viele gute Ratschläge parat. Eine der wichtigsten Sätze, den ich schon oft gehört habe und immer versuche zu beherzigen, wurde aber bestätigt: Content is King („so blöd und banal das klingt“ wurde noch durch Bernd Geropp angefügt).

Gerade Fehler bieten enormes Potenzial zum Lernen

Neben Anfängerfehlern („ist das Mikro wirklich an?“) gibt es auch Fehler, die eher nach einiger Routine vorkommen. In seiner Session zu diesem Thema gab Maik Pfingsten Einblick in seine persönliche Top 5 – und die hatte es in sich!

So sollte man sich zum Beispiel die Frage stellen, ob man Podcasts für sich selbst macht, oder für andere. Also zum Beispiel, ob es dafür überhaupt Hörer gibt. Die Überprüfung ergab bei einem Teilnehmer, dass es für sein Projekt, in das er Herzblut steckte, gerade zwei Hände voll Interessenten gab.

Überhaupt, wie lange sollte man über etwas nachdenken, statt es einfach zu versuchen? Mit dieser Frage rannte der Sessiongeber bei mir natürlich offene Türen ein. Es „einfach zu tun“ ist eine sehr erfolgreiche Methode, die StartUps einsetzen, die ich aber auch schätze und für die Nachfolge empfehle.

Fazit: Das Barcamp war Zeit und Geld absolut wert

Nach anderthalb Tagen intensiven Sessions und Gesprächen ist das Fazit absolut klar. Die Zeit und das Geld war es wert.

An dieser Stelle: Es gibt eine Auseinandersetzung zwischen Menschen, die Barcamps ideell betrachten und dafür wenig oder gar nichts zahlen wollen, und der Gruppe, die damit mindestens die Kosten decken will. Ich persönlich denke, dass es völlig legitim ist, mit einer schwarzen Null aus der Organisation zu kommen. Alles andere halte ich für weltfremd. Klar, man kann es über Sponsoren machen, aber das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag als Organisator ist da deutlich schlechter, von der inhaltlichen Unabhängigkeit ganz abgesehen. Insofern, ich gebe gerne Geld dafür aus und wurde bislang nie enttäuscht.

Ich habe wahnsinnig viel Impulse mitgenommen, tolle Menschen kennengelernt und viel neues Wissen erworben. Rundum zufrieden also.

Ein Barcamp von und für Nachfolger: Hast Du Interesse?

Ich spiele mit dem Gedanken, 2017 oder 2018 ein Barcamp zu meinem Thema zu organisieren. Falls Du daran Interesse hast, gib mir bitte einen Hinweis. Der Gedanke, sehr viel „Best Practice“ aus diesem Bereich zusammen zu bringen, ist für mich sehr reizvoll und ein Gegenentwurf zu den meisten Veranstaltungen, die sich tendenziell fast ausschließlich mit Finanzierung beschäftigen. Wie siehst Du das? Würdest Du an diesem Barcamp teilnehmen?

Dann sei doch so nett und lass Dich (selbstverständlich kostenlos und unverbindlich) vormerken!