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Bildquellenangabe: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Ich kann es nicht verhindern, immer wenn ich den Begriff „Mastermind“ höre, denke ich an einen Herren im schwarzen Anzug. Er sitzt in einem tiefen Sessel, krault eine Katze und plant die Weltherrschaft zu übernehmen. Allerdings ist das Bild falsch. Er beschreibt vielmehr eine kleine Gruppe Menschen, die sich zum gegenseitigen Vorteil treffen und unterstützen – meist durch konkretes Feedback zu Herausforderungen.

Verlässliche Rückmeldung ist eine Seltenheit

Wenn Du meinen Blog öfter liest, weißt Du, für wie wichtig ich gutes Feedback halte. Und Du weißt, wie selten Du es vermutlich als Nachfolger und Unternehmer bekommst. Es gibt wenige von uns. Und von dieser geringen Zahl werden sich die wenigsten völlig öffnen.

Um diesem Problem entgegen zu wirken, gibt es sogenannte Mastermind-Gruppen. Diese sind meist klein (fünf Personen, selten mehr), treffen sich regelmäßig persönlich und geben sich Regeln und Ziele. Meist bewegen die sich in einem ähnlichen Ergebnis, nämlich dass die Menschen der Gruppe…

  • …sich zu Offenheit verpflichten,
  • zu absoluter Vertraulichkeit bekennen, und
  • sich pro Termin eine Methode überlegen, sich gegenseitig bestmöglich zu unterstützen.

In der Realität ist ein beliebtes Vorgehen, dass ein Teilnehmer eine konkrete Herausforderung vorstellt, vor der er oder sie gerade steht – und alle anderen geben ihr bestes, dabei Unterstützung zu leisten. Dadurch, dass Vertraulichkeit gewährleistet ist, kann offen über Zahlen, Probleme, etc. gesprochen werden. Sonst notwendige Abstraktion entfällt, und man kann sich voll und ganz auf die Lösung fokussieren.

Bislang gute Erfahrung

Ich wollte schon länger eine solche Gruppe gründen oder ihr beitreten. Ende letzten Jahres bin ich den Schritt gegangen. Ich habe eine recht diverse Gruppe Menschen gefragt, ob sie das auch für sinn- und wertvoll halten. Und alle haben direkt zugesagt!

Wir treffen uns etwa alle drei Monate persönlich. Und ehrlich gesagt bin ich vom Ergebnis bislang völlig überwältigt. Dass es gut werden würde, hatte ich mir erhofft. Es ist aber noch besser als erwartet. Wir haben bislang schon einige tolle Ideen gemeinsam entwickelt, uns selbst auch weiter gebildet und uns gegenseitig bestärkt, wo es notwendig war.

Der Austausch ist dabei immer sehr wertschätzend – und die Lösungen sind eben keine Floskeln, sondern ganz konkrete Vorschläge, die auch im Folgetermin noch einmal besprochen werden.

Ich hätte es sogar gerne öfter, allerdings ist die Organisation natürlich immer eine Hürde. Mehrere Menschen mit zum Teil brechend vollen Terminkalendern zu koordinieren kann frustrieren. Das Ergebnis allerdings ist es mehr als wert.

Fazit: Absolut empfehlenswert

Mach Dir keine Illusion, in einer Mastermindgruppe steckt Arbeit. Die gemeinsamen Sessions sind anstrengend, mental gehst Du danach auf dem sprichwörtlichen Zahnfleisch. Das Ergebnis aber spricht für sich.

Neben den Netzwerken und den eins zu eins Beziehungen, über die ich auch schon gebloggt habe, sehe ich eine solche Mastermind-Gruppe als perfekte Möglichkeit, sich gemeinsam weiter zu entwickeln. Deshalb meine klare Empfehlung: Probier es aus. Und wenn Du Rückfragen hast, lass es mich wissen!

Hinweis: Für die, die lieber hören als lesen, gibt es dieses Thema auch als Episode bei Follow-Up.fm

Wer in der Episode 25 meines Podcasts genau hingehört hat, dem ist aufgefallen, dass ich auch Freunde im Unternehmen habe. Angesichts immer größerer Herausforderungen im Recruiting ist es auch wichtig, darüber zu sprechen. Den eigenen Freundes- oder Bekanntenkreis als Option auszuschließen, ist, wie sich vor einem Marathon in den eigenen Fuß zu schießen. Nicht besonders schlau. Allerdings gibt es dabei einige Herausforderungen, die Du vielleicht auf dem Schirm haben solltest, und darüber möchte ich heute schreiben.

Risiken, die Du kennen solltest

Beginnen wir bei den Risiken, die mit Freunden im Unternehmen verbunden sind. Das offensichtlichste ist, dass Du vielleicht eines Tages derjenige bist, der sie entlassen muss. Die Entlassung eines Menschen ist für beide Seiten keine angenehme Situation, über die ich auch schon einmal gebloggt habe. Für eine Freundschaft kann sie auch das Ende bedeuten. Was auch passieren kann, ist dass Euer Verhältnis sich entweder nur noch um die Arbeit dreht (was effektiv das Ende der Freundschaft zugunsten eines Teamverhältnisses bedeutet), oder umgekehrt, dass persönliches in das Unternehmen gebracht wird. Beides ist schädlich.

Weniger offensichtlich ist das dritte Risiko. Durch die, unter Umständen lange, Freundschaft, geht man natürlich anders miteinander um, als mit anderen Teammitgliedern, zu denen kein enges persönliches Verhältnis besteht. Das kann beidseitig schädlich sein. Du, als Nachfolger und Unternehmer, behandelst nicht alle gleich. Der Rest des Teams merkt das natürlich – wenn es nicht thematisiert wird, kann das zu Unzufriedenheit führen, weil eine wie auch immer geartete Bevorzugung bewusst oder unbewusst unterstellt wird. Umgekehrt ist es für Dich auch nicht immer einfach, wenn Du aus dem Team nicht gleichartig behandelt wirst. Ein Freund nimmt sich vielleicht mehr raus, findet andere Worte oder nutzt sein Wissen, um bestimmte Hebel bei Dir zu bewegen. Das kann bei Dir, aber auch bei anderen, komplett falsch ankommen

Es gibt auch viele Vorteile

Natürlich hat es nicht nur Nachteile, Freunde ins Unternehmen zu holen, ganz im Gegenteil. Bei Freunden sparst Du Dir viele Hürden beim Recruiting. Im eigenen Interesse kannst Du einfach offen über alles sprechen, von Erwartung bis Gehalt, und damit viele potentielle Streitpunkte direkt eliminieren. Es ist für beide Seiten deutlich einfacher, diese Dinge auszutauschen. Je nach Position kann das besondere Vertrauen, dass eine gewachsene Freundschaft mit sich bringt, von großem Vorteil sein. Die Abwägung, was in welcher Situation wem anzuvertrauen ist, wird dadurch beschleunigt.

Dazu kommt, dass Du von Freunden vermutlich sehr viel öfter und direkter Feedback bekommst, als von anderen. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Das ist nicht immer einfach, speziell wenn es sich um Kritik handelt, gibt Dir aber unheimlich gute Einblicke, an welchen Stellen Du arbeiten musst. Diese Art von Feedback hättest Du ohne die persönliche Beziehung nicht. Ein letzter Vorteil, der mir immer wieder auffällt, ist, dass sich die persönliche Beziehung, und das Herzblut, das darin steckt, sich auch auf das Unternehmen überträgt. Es mag auch an meiner konkreten Erfahrung liegen und nicht übertragbar sein, sollte aber erwähnt werden: Freunde scheinen im besonderen Maße für das gemeinsame Projekt zu brennen.

Was Du tun kannst, damit das gemeinsame Projekt erfolgreich ist

Unter der Prämisse, dass Du das, was Du gerade gelesen hast, für sinnvoll erachtest und vielleicht auch passende Menschen in Deinem Freundeskreis hast… was habe ich an Tipps für Dich, damit das auch gut klappt?

Mein erster Tipp ist Transparenz. Wenn ein Freund oder eine Freundin ins Unternehmen kommt und sich dem Rest des Teams vorstellt, empfehle ich Dir, gleich klar zu stellen, dass es eine persönliche Bekanntschaft gibt. Transparenz schafft Vertrauen und Du vermeidest so Missverständnisse, insbesondere wenn das restliche Team eine andere Art der Kommunikation untereinander wahrnimmt. Das gilt natürlich auch, und zwar ganz besonders, im Hinblick auf spätere Zugänge. Ich denke, jedem neuen Mitarbeiter, jeder neuen Mitarbeiterin, ist klar, dass er oder sie nicht von Tag eins an das gleiche Verhältnis hat, wie der Teil des Teams, der Dich schon länger kennt. Sie nehmen aber im besonderen Maße auch vorhandene Unterschiede, bspw. durch Freundschaften, wahr. Wir hatten kürzlich den Fall, dass mein Freund mich in einem Meeting, bei dem auch ein neuer dabei war, relativ hart angegangen hat. Das habe ich im Gespräch dann thematisiert. Damit das nicht zu Schwierigkeiten führt, solltest Du auch mit späteren Zugängen das gleiche tun, nämlich sie über eventuelle persönliche Beziehungen informieren.

Die Freundschaft ändert sich – pflegt sie!

Eure Freundschaft wird sich verändern, das ist normal. Wenn man auch viel Zeit in einem Unternehmen zusammen verbringt, tritt sie manchmal in den Hintergrund. Wirklich vermeiden lässt sich das, denke ich, nicht. Du kannst Dir aber ganz bewusst Freundeszeit nehmen, in der es nur um Euch geht. Nicht die Firma, nicht das Produkt, nicht Kolleginnen und Kollegen, sondern nur um Eure Freundschaft und deren Pflege.

Mein letzter Tipp ist vielleicht die größte Herausforderung für Dich. Du solltest Dir klar sein, dass Du bei Freunden besonders sensibel für den Umgang miteinander sein musst, sowohl direkt, als auch in Gegenwart anderer. Deine Aufgabe als Nachfolger und Unternehmer ist es, hier mit Beispiel voran zu gehen und klar zu machen, welche Form des Umgangs Du erwartest und diese hier ganz besonders vorzuleben. Meine Empfehlung ist es, sie so professionell zu halten, wie es geht – der Eindruck von Bevorzugung, in egal welcher Hinsicht, birgt das Risiko, Dein Team nachhaltig zu schädigen. Es ist also in Deinem Interesse und in Deiner Macht, die Vorteile, die Freund im Unternehmen haben, zur Geltung zu bringen ohne dabei die Risiken aus den Augen zu verlieren.

Hast Du auch persönliche Freunde im Unternehmen? Hast Du dabei die gleichen Erfahrungen gemacht? Teile sie, damit auch andere davon profitieren können!

Ich war in der Vergangenheit selbst Moderator bei Veranstaltungen und habe andere in dieser Rolle erlebt. Wie in einem der vergangenen Beiträge beschrieben durchaus auch mit schwankender Qualität. Ein Freund fragte mich, ob ich nicht mal kurz darstellen will, was für gute Moderation notwendig ist. Diese Idee greife ich heute auf.

Vorbereitung hilft beim Moderieren

Man sollte meinen, es sei nicht notwendig, es zu betonen. Leider ist das aber der Fall: Eine gute Vorbereitung der Moderatorenrolle ist das A und O. Für mich gehören dazu drei wesentliche Elemente:

Erstens, die Vorbereitung auf das Thema. Wenn es nicht gerade etwas ist, mit dem ich täglich zu tun habe, ist es wichtig, sich einen Überblick zu verschaffen. Wikipedia ist immer ein guter Ausgangspunkt. Je nachdem, welches Publikum Du erwartest (Anfänger oder Fachexperten), solltest Du auch noch die aktuellsten Nachrichten zum Thema lesen und präsent haben.

Zweitens, die Vorbereitung auf Deine Gesprächspartner. Normalerweise ist im Vorfeld bekannt, wer auf dem Podium sitzen wird. Informiere Dich über diese Menschen, ihren Werdegang und ihre Arbeitsgebiete. Dabei kannst Du vermutlich auch schon erahnen, welche Rollen sie in der Diskussion einnehmen werden (oder sollen).

Drittens, bereite Fragen vor. Natürlich freut sich jeder Moderator, wenn die Gesprächspartner sich gegenseitig befeuern. Oftmals ist das aber nicht der Fall. Dann helfen vorbereitete Leitfragen. Ich überlege mir im Vorfeld, mit welchem Ergebnis mein Kunde, das Publikum, aus der Veranstaltung gehen soll. Daraus kann ich ableiten, welche Fragen beantwortet werden müssen, damit das gewährleistet ist. Du kannst die Fragen sogar schon vorab bestimmten Gästen zuordnen. So entsteht ein Leitfaden für das Gespräch, auf den Du jederzeit zurückgreifen kannst.

Bonustipp: Schreib Dir alles auf. Als Fließtext, als Mindmap (meine präferierte Variante) , es spielt keine Rolle. Nur hab es dabei!

Der große Tag ist da – und nun?

Auch hier beginnt es wieder bei den Basics. Sei frühzeitig da. Besprich letzte Details mit dem Auftraggeber und nimm Dir dann Zeit, Deine Podiumsgäste einzeln zu begrüßen.

Ich versuche dabei, mich jedem in Ruhe vorzustellen und auch klar zu machen, welchen Beitrag ich von dieser Person erwarte. So bekomme ich auch ein Feedback darüber, ob meine Einschätzung der jeweiligen Rolle stimmt. Eventuell noch offene Fragen aus der Vorbereitung kann ich ebenfalls kurzfristig noch beantworten.

Wenn die Diskussion beginnt, führe ich kurz (!) in das Thema ein und lasse sich das Podium zuallererst vorstellen. Schon hier ist es wichtig, Redezeiten und deren Verteilung im Blick zu behalten. Die Größte Unbekannte ist, wie jede(r) einzelne von sich aus spricht, oder entsprechende Unterstützung benötigt. Dein Job als Moderator ist es, für eine ausgewogene Verteilung zu sorgen. Da Du ja auch Fragen für jeden vorbereitet hast, kannst Du ggf. auch nachhelfen, sollte es mal stocken.

Ansonsten solltest Du vor allem eines sein: Moderator, nicht Akteur. Hierin besteht die Kunst, sich nicht selbst zum Thema zu machen – ohne aber dabei auch eine Gesprächsführung zu vernachlässigen.

Einige gemischte Tipps zum Abschluss

Ohne Prioritäten habe ich natürlich noch gemischte Tipps:

  • Unterbrich ruhig. Was im Alltag unhöflich ist, ist als Moderator manchmal unvermeidlich – mit etwas Humor einen Gast einbremsen, der zu dominant wird, ist notwendig und für das Publikum angenehm
  • Rege Diskussion an. Ich schrieb ja schon, dass Du selbst nicht Protagonist sein sollst. Allerdings ist nichts langweiliger als ein Podium, auf dem sich alle einig sind. Als Moderator darfst Du auch gerne mal stellvertretend die provokanten Thesen in den Raum werfen oder Geäußertes zuspitzen
  • Bezieh das Publikum ein. Ich sage eigentlich immer zu Beginn an, dass Meldungen aus dem Publikum gerne gesehen und erwünscht sind. Das kannst Du auch fördern, indem Du, wenn es passt, aktiv ins Publikum fragst
  • Papier und Stift. Neben Deinen vorbereiteten Unterlagen solltest Du die dabei haben. Es fallen oft Stichworte oder es passieren Wortmeldungen, die Du nicht direkt einbauen kannst. Durch Notieren kannst Du problemlos darauf zurückkommen
  • Hol Dir Feedback ein. Sprich am Ende mit Deinem Auftraggeber und erbitte Dir Feedback. Wie alles ist auch Moderation Übungssache, ohne Rückmeldung wirst Du nur begrenzt besser

Ich hoffe, das hilft Dir, solltest Du einmal diese Rolle einnehmen. Falls Du noch wichtige Tipps hast, die ich vergessen habe, lass es mich wissen oder hinterlasse es gleich hier als Kommentar!