Jan Hoßfeld
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Zwischen Tech und Führung: Ein Dialog über den Wandel in der Rolle von Executives, Teil 4

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In einer Welt des permanenten Wandels ist die Fähigkeit zur Anpassung und Selbstreflexion für Führungskräfte nicht nur wünschenswert, sondern unabdingbar. Doch wie gelingt der Übergang von einer spezialisierten Fachkraft zu einer Führungsposition, die sowohl technische als auch unternehmerische Visionen vereint?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir ein außergewöhnliches Gespräch geführt: ein Interview, das nicht in herkömmlicher Weise entstanden ist. Zwei renommierte Unternehmer und Executives, Philipp Deutscher und Jan Hossfeld, teilen ihre Einsichten und Erfahrungen in einem Interview, das von einer Künstlichen Intelligenz moderiert wurde.

Den ersten Teil des Interviews findest Du unter diesem Link, den zweiten hier, sowie den dritten unter folgendem Link.

Der heutige Teil beschäftigt sich mit der Frage, wie man Organisationen verstehen und verbessern kann. Dieser Beitrag ist Teil einer 5-teiligen Reihe, die Einblicke in die Entwicklung von Führungskompetenzen, die Bedeutung von Selbstverständnis und die Herausforderungen moderner Leadership-Rollen bietet.


Organisation(en) verstehen

  1. Welche Methoden verwenden Sie, um die Dynamik und Struktur der Organisationen, in denen Sie arbeiten, zu verstehen?

Philipp Deutscher: „Ich sehe vier wesentliche Merkmale, die ein Unternehmen maßgeblich beeinflussen: Die Organisationsstruktur, die Unternehmenskultur, Die Stakeholder und die gelebten Prozesse. Eine Analyse der vier hilft es das Unternehmen in seiner Gesamtheit und Komplexität zu erfassen und Ursachen für bestimmte sich wiederholende Verhaltensmuster zu verstehen.“

Jan Hossfeld: „Ich beginne andersrum. Da ich die Struktur definiere, ist mir diese natürlich bekannt. Strukturen und Prozesse sind, per Definition, nicht fluide, müssen aber über klar erkennbare Mittel auch anpassbar bleiben. Regelmäßige Evaluation und konstantes Feedback dazu, zum Beispiel im Rahmen einer monatlichen Führungsrunde, fördern das Verständnis und die Akzeptanz. Die Dynamik ist etwas anderes, sie kommt vor allem durch die Menschen innerhalb einer Organisation. Hier habe ich nur einen funktionierenden Weg gefunden: Das Turnschuh-Management, also das regelmäßige Rumlaufen und Sprechen mit den Menschen. Strukturierte 1on1’s, Jahresgespräche und auch der kurze Austausch an der Kaffeemaschine, das sind die Mittel, die bislang funktionieren.“

  1. Wie beeinflusst das Verständnis der Organisation Ihre Entscheidungen als CTO?

Philipp Deutscher: „Wenn ich die Organisation als System verstanden habe, bin ich in der Lage bessere Lösungen zu finden. Die meisten Probleme die Unternehmen haben, haben ihre Ursache in den Blindspots der Geschäftsführung. Das beeinflusst maßgeblich die Unternehmenskultur und die entscheidet am Ende des Tages über das gelebte Verhalten im Unternehmen.“

Jan Hossfeld: „Jeder Rahmen, und nichts anderes ist die Struktur einer Organisation, limitiert und fokussiert Entscheidungen. Das ist der Sinn und Zweck. Ist das ganze durch eine entsprechende Strategie garniert, sollten per Definition alle Entscheidungen innerhalb des Rahmens passieren und damit den Zielen der Organisation dienen. Wichtig dabei ist, dass Rahmen oft als ausschließlich limitierend empfunden werden. Das halte ich für falsch. Unendliche Möglichkeiten führen nicht zu guten Entscheidungen, sondern regelmäßig zum Vermeiden von Entscheidungen, weil die Optionen und Variablen zu zahlreich sind. Deshalb ist ein Rahmen etwas sehr nützliches.“

Operational Mastery / Excellence and Innovation

  1. Wie erreichen Sie operationelle Meisterschaft und fördern gleichzeitig Innovation?

Philipp Deutscher: „Beides steht gerne mal in einem Spannungsverhältnis. Gerade weil das eine (operative Exzellenz) eher zahlen- und effizienzgetrieben ist, während das andere (Innovation) eher mit freigeistigem Denken und Kreativität assoziiert wird. Es ist allerdings wichtig beides zu ermöglichen in dem man eine Kultur des kontinuierlichen Lernens schafft oder Teams aufbaut, die cross-funktional sind. Über den einen Tellerrand schauen und gleichzeitig sein Tagesgeschäft sauber abzuwickeln muss kein Widerspruch sein.“

Jan Hossfeld: „Kaizen, die Ambition und das Mindset, dass es immer etwas gibt, was besser sein kann, ist hier für mich besonders wichtig. Die allermeisten Unternehmen werden nicht durch riesige Sprünge toll, sondern durch konstante, kleine Schritte über lange Zeit. Dieses Verständnis zu fördern hilft dabei, offen für Innovation zu sein, ohne die Chance für kleine Siege zu verschenken.“

  1. Können Sie ein Beispiel geben, wie Sie operationelle Exzellenz in Ihrer Rolle als Executive erreicht haben?

Philipp Deutscher: „Operative Exzellenz kann vieles bedeuten: Beispielsweise ein reibungsloser Betrieb getrieben durch eine hohe Verfügbarkeit der Systeme oder eine schnelle Time-to- Market aufgrund niedriger Lead- und Cycle-Team und schneller Releasezyklen. Agile Methoden können helfen. Ebenso Prozessverbesserungen oder die Einführung der richtigen KPIs.
Bei TeamViewer hat bspw. die Einführung von Metriken, die die Stabilität der Systeme und die schnelle Lösung von Incidents im Fokus hatten, geholfen, innerhalb kürzester Zeit die Verfügbarkeit wieder auf den Business Standard von 99,9% zu heben und dort langfristig zu stabilisieren.“

Jan Hossfeld: „Ich bin sehr stolz auf den Ablauf unserer ISO 9001 Zertifizierung. Normalerweise holt man sich dazu einen Berater ins Haus, arbeitet einige Monate, und kann dann die Zertifizierung angehen. Bei uns lief es anders. Wir haben über viele Jahre schrittweise Prozesse etabliert (das ist der größere Schritt) und geschliffen (das ist die kleine, aber konstante Verbesserung). Da das auch immer dokumentiert wurde, lief unsere ISO Zertifizierung anders ab. Wir hatten die Auditorin im Haus, haben das Level 1 Audit aus dem Stegreif bestanden, hatten gerade mal zwei Stunden Nacharbeit, und haben dann auch das Level 2 Audit direkt bestanden. Darauf bin ich extrem stolz, denn es war ein anderer Denkansatz. Die ISO 9001 war nicht das Ziel, sondern die Validierung unserer Arbeit.“


Der letzte Teil des Gesprächs erscheint in einer Woche bei Philipp Deutscher. Darin beschäftigen wir uns mit Change- und Konfliktmanagement.

28. März 2024/0 Kommentare/von Jan Hossfeld

Disziplin ist die intelligente Organisation von Aufgaben

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Ich hatte ja kürzlich erwähnt, dass ich „Atomic Habits“ von James Clear (Affiliate Link) gelesen habe. Ein Satz, der darin für mich hängen blieb, ist der Titel dieses Blogs. Viele assoziieren Disziplin mit Willenskraft. James Clear sagt, dass Willenskraft der falsche Weg ist. Vielmehr sei es sinnvoll, das „richtige Verhalten“ so einfach wie möglich zu machen.

Ok, und wie kann ich nun Disziplin erlangen?

Ich habe ein wenig darüber nachgedacht, wie mein Verhalten und mein Umfeld Disziplin unterstützt. Einige Dinge tue ich schon, die für mich Vereinfachungen sind. Andere bewerten es als Disziplin.

Was vielleicht viele übersehen, sind die Räumlichkeiten, in denen wir etwas tun. Wenn ich einen Arbeitsplatz einrichte, versuche ich zu erreichen, dass alles wichtige in direkter Reichweite ist. Wenn ich in einen anderen Raum muss, um etwas zu tun, ist das ein Hindernis, das Willenskraft kostet.

Ein Beispiel: Ich möchte gerne alles digital haben. Deshalb ist meine Scannersoftware installiert und konfiguriert. Wichtiger ist allerdings, dass ich den Scanner mit einem Handgriff befüllen kann. Deshalb steht er in direkter Reichweite. Ebenso ist ein Glas Wasser immer griffbereit, denn ich möchte viel Wasser trinken. Es gehört zu meiner Morgenroutine, direkt ein großes Glas zu trinken und beim Betreten des Büros ein großes Glas zu füllen. Das macht es mir leicht.

Überhaupt, Routinen helfen

Routinen sind ein mächtiges Instrument. Es gibt viele wiederholende Aufgaben in meinem Leben. Die Vorbuchhaltung, das Tagebuchschreiben, die Daten aus der Aufwandserfassung korrelieren, und vieles mehr.

Nicht nur sind diese Routinen in meinem Aufgabenmanagement, sie sind es auch immer zur gleichen Zeit, ggf. kombiniert mit Timeboxing im Kalender. Mit diesem Wissen bereitet es mir keinerlei Probleme, eine eingehende Rechnung einfach in die Ablage zu legen. Ich weiß ja, dass sie spätestens am kommenden Dienstag bearbeitet werden wird. Mental ist dieses Verhalten erleichternd.

Gelegenheiten nutzen

Was ebenfalls unglaublich hilfreich ist, ist es, Gelegenheiten zu nutzen. Es gibt Dinge, die man mehr oder minder regelmäßig tut. Dazu passende notwendige Aufgaben „dazuplanen“ macht es viel einfacher, diese auch wirklich durchzuführen.

Während man auf das warme Wasser in der Dusche wartet, kann man vieles im Bad tun. Handtücher wechseln, Seife auffüllen, kleinere Reinigungsarbeiten… und das ist nur ein Beispiel.

Der Trick, diszipliniert zu sein, ist es also, es sich möglichst einfach zu machen.

 

Bildquelle: Grace Winter  / pixelio.de

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.

19. Mai 2022/1 Kommentar/von Jan Hossfeld

Altlasten im Unternehmen erkennen: Was Nachfolger zuerst prüfen sollten

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Wenn Du ein Unternehmen übernimmst, übernimmst Du nicht nur Kunden, Mitarbeitende, Produkte und Vermögen. Du übernimmst auch Dinge, die niemand so richtig auf dem Zettel hatte, wie alte Zusagen, unklare Verträge oder Prozesse, die seit Jahren nur deshalb funktionieren, weil eine bestimmte Person weiß, wie es geht. Es gibt auch Kundenbeziehungen, die offiziell dem Unternehmen gehören, praktisch aber am bisherigen Inhaber hängen. Oder Technische Systeme, bei denen niemand genau weiß, wer noch Zugriff hat. Ebenso wie Entscheidungen, deren Ergebnis dokumentiert wurde, deren Hintergrund aber verloren gegangen ist.

Ich nenne solche Dinge in diesem Beitrag Altlasten. Der Begriff wirkt nicht besonders freundlich, aber er ist verständlich. Eines gleich vorab: Menschen sind keine Altlasten.

Mitarbeitende können überfordert sein, für eine Aufgabe nicht ausreichend qualifiziert oder in einer unklaren Rolle feststecken. Es kann Konflikte, fehlende Entwicklung oder personengebundenes Wissen geben. Das Problem ist dann aber nicht der Mensch als Altlast. Das Problem liegt in der Situation, die das Unternehmen über Jahre entstehen ließ.

Altlasten sind für mich Verpflichtungen, Risiken, Abhängigkeiten und ungeklärte Sachverhalte, deren Ursache in der Vergangenheit liegt, deren Folgen aber der Nachfolger bearbeiten muss. Von denen gibt es bei fast jeder Unternehmensnachfolge einige.

Altlasten werden häufig erst nach der Übernahme sichtbar

Vor einer Nachfolge wird jede Menge geprüft, von Bilanzen über Verträge bis hin zu steuerlichen Fragen. Banken, Anwälte und Steuerberater wollen Unmengen an Dokumenten sehen. Die Professionalität und der Umfang einer Due Dilligence variieren – Arbeit ist es auf jeden Fall, und sie ist sowohl sinnvoll als auch notwendig.

Trotzdem zeigt ein Unternehmen vor der Übergabe nie seine gesamte Realität, denn nicht alles steckt in den Dokumenten. Vieles verbirgt sich in den Köpfen der Menschen. Die Bandbreite reicht von „ist allen bekannt, wird aber nicht offen ausgesprochen“ bis hin zu Dingen, die inzwischen so selbstverständlich sind, dass niemand sie überhaupt noch wahrnimmt.

Hinzu kommt, dass es oftmals Zusammenhänge gibt, die nur der bisherige Inhaber kennt, weil er sie seit Jahren selbst geregelt hat. Besondere Preise eines spezifischen Kunden, außergewöhnliche Zahlungsfristen bei einem Lieferanten, Mitarbeiter mit besonderen Rechten oder eine vertragliche Verpflichtung, von der niemand mehr genau weiß, warum sie damals eingegangen wurde. Die Menge denkbarer „Kleinigkeiten“ ist enorm groß.

Solange die beteiligten Personen da sind, funktioniert das irgendwie. Nach der Übernahme wird aus „irgendwie“ schnell ein Problem.

Ich habe viele Altlasten erst verstanden, als ich bereits verantwortlich war

Als mein Vater Ende 2010 starb, gab es keine vorbereitete Übergabe. Meine Mutter war kurz zuvor zur Co-Geschäftsführerin bestellt worden. Ich arbeitete seit 2009 im Unternehmen und begann, zunehmend operative Verantwortung zu übernehmen.

Wir hatten weder eine vollständige Liste der offenen Risiken noch einen sauberen Überblick darüber, welche Entscheidungen, Zusagen und Beziehungen an meinem Vater hingen. Dazu kam die wirtschaftliche angespannte Lage mir regelmäßigen Anrufen der Bank und jede Menge Wissen, das nur in wenigen Köpfen steckte.

Unsere erste Aufgabe bestand deshalb darin, den nächsten Monat zu überstehen, nicht eine systematische Inventur aller Altlasten zu machen.  Gehälter mussten bezahlt werden, Kunden mussten weiterarbeiten können. Das Team brauchte Orientierung, weshalb Entscheidungen nicht einfach liegen bleiben durften.

Erst später wurde sichtbar, was wir alles übernommen hatten. Ein besonders einprägsames Beispiel war eine alte vertragliche Zusage gegenüber einem Kunden. Die Vereinbarung war dokumentiert, das war nicht das Problem. Was fehlte, war der Zusammenhang. Warum hatte mein Vater diese Zusage gemacht? Welche Gegenleistung gab es? War sie Teil eines größeren Kompromisses? Welche Alternativen wurden damals besprochen?

Der Mensch, der diese Entscheidung getroffen hatte, war tot. Wir konnten einzelne Teile rekonstruieren, auch dank der Hilfe des bereits erwähnten Wissens in vielen Köpfen. Ganz vollständig aufgeklärt werden konnte der Sachverhalt aber nicht. Am Ende fanden wir mit dem Kunden eine Lösung. Das lag an einer guten Beziehung, an Professionalität auf beiden Seiten und auch an Glück.

Für mich war das eine frühe Lektion: Ein Vertrag zeigt Dir das Ergebnis dessen, was vereinbart wurde. Er erklärt Dir nicht automatisch, warum diese Vereinbarung sinnvoll war.

Vier Arten von Altlasten

In der Praxis überschneiden sich die Themen, aber für einen ersten Überblick hilft trotzdem eine grobe Einteilung.

1. Wirtschaftliche und finanzielle Altlasten

Diese Altlasten sind häufig am leichtesten erkennbar, weil sie sich zumindest teilweise in Zahlen zeigen.

Dazu können gehören:

  • überfällige Forderungen
  • unklare Verbindlichkeiten
  • zu geringe Liquiditätsreserven
  • Investitionsstau
  • unrentable Kunden oder Leistungen
  • zu niedrig kalkulierte Preise
  • nicht abgerechnete Zusatzleistungen
  • laufende Verpflichtungen ohne erkennbaren Nutzen
  • eine Kostenstruktur, die nicht mehr zum Umsatz passt

Die Zahlen allein reichen allerdings nicht. So kann ein Kunde auf dem Papier profitabel wirken und in der Realität so viel Sonderaufwand erzeugen, dass kaum etwas davon übrig bleibt. Eine Leistung kann Umsatz bringen, aber wichtige Fachkräfte dauerhaft blockieren. Und Verträge können wirtschaftlich unattraktiv sein, aber aus strategischen Gründen trotzdem sinnvoll sein.

Deshalb musst Du nicht nur fragen:

Was kostet uns das?

Sondern auch:

Warum machen wir das noch?

Die Antwort „weil wir es immer so gemacht haben“ ist dabei kein ausreichender Grund.

2. Rechtliche und vertragliche Altlasten

Verträge haben den enormen Vorteil, dass sie in der Regel gut dokumentiert sind. Auf mündliche Zusagen, Gewohnheiten oder jahrelang gültige Sonderregeln trifft das leider nicht zu.

Dazu gehören beispielsweise:

  • ungewöhnliche Haftungszusagen
  • unklare Leistungsbeschreibungen
  • dauerhaft gewährte Kulanz
  • individuelle Preisvereinbarungen
  • ungenutzte, aber weiterlaufende Verträge
  • ungeklärte Nutzungsrechte
  • offene Rechtsstreitigkeiten
  • fehlende Vollmachten
  • Vereinbarungen, deren praktische Bedeutung niemand mehr kennt

Schlechte Vertragsklauseln führen oftmals nicht zu einem sofort sichtbaren Schaden, sie können sogar jahrelang völlig unauffällig sein – wie in unserem Fall. Problematisch wird sie meistens dann, wenn sich etwas verändert.

Solche Themen gehören frühzeitig mit den passenden Fachleuten geklärt. Ich bin kein Anwalt und auch kein Steuerberater. Genau deshalb würde ich bei rechtlichen, steuerlichen oder bilanziellen Fragen nicht versuchen, mir selbst eine schön klingende, aber sachlich nicht fundierte Antwort zusammenzubauen.

Das solltest Du auch nicht. Du musst nicht alles selbst beurteilen können, aber Du musst erkennen, wann Du jemanden brauchst, der es kann.

3. Operative und technische Altlasten

Diese Altlasten zeigen sich im Arbeitsalltag. Ein Prozess funktioniert, aber niemand hat ihn bewusst gestaltet oder ein System wird weiterbetrieben, obwohl es kaum noch jemand versteht. Daten liegen an mehreren Stellen, die wichtigsten Passwörter sind personengebunden und die Schnittstellen werden durch manuelle Arbeit zusammengehalten.

Typische Beispiele sind:

  • veraltete Software
  • fehlende Backups
  • unklare Zugriffsrechte
  • alte Hardware
  • manuelle Zwischenlösungen
  • nicht dokumentierte Schnittstellen
  • nicht nachvollziehbare Datenbestände
  • fehlende Wartungsverträge
  • Prozesse, die nur durch tägliches Improvisieren funktionieren

Es ist komplett nachvollziehbar, dass technische Altlasten gerne verschoben werden. Schließlich ist es ein riesiger Aufwand, ein laufendes System auszutauschen oder maßgeblich zu verändern. Dazu kostet neue Software Geld, bindet Mitarbeitende und erzeugt erst einmal neue Probleme.

Deshalb muss nicht jede alte Lösung sofort ersetzt werden. Wichtiger ist der Blick auf die Risiken bei einem Ausfall. Fragen wie „kann jemand das System wiederherstellen?“ oder „sind die Daten gesichert?“ sind sehr hilfreich bei der Einschätzung. Ein altes System ist nur dann gefährlich, wenn es nicht verstanden und nicht abgesichert ist.

4. Organisatorische und personengebundene Altlasten

Diese Altlasten sind oft am schwersten zu erkennen, da sie weder in Bilanzen noch Verträgen ausgewiesen sind.

Dazu gehören:

  • Wissen in einzelnen Köpfen
  • unklare Rollen
  • informelle Entscheidungswege
  • Kundenbeziehungen, die an Namen hängen
  • fehlende Vertretungen
  • ungelöste Konflikte
  • Verantwortung ohne Entscheidungsrecht
  • Aufgaben, die aus Gewohnheit bei der falschen Person liegen
  • Führung, die über persönliche Nähe statt über klare Zuständigkeiten funktioniert

Viele dieser Dinge wirken lange effizient. Wenn ein Kunde immer direkt den erfahrensten Entwickler anruft, bekommt er schnell eine Antwort. Wenn der Inhaber jede wichtige Entscheidung selbst trifft, gibt es selten lange Abstimmungen. Und wenn eine Mitarbeiterin seit Jahren alle Sonderfälle kennt, muss niemand ein kompliziertes System aufbauen.

Das funktioniert genau solange, bis diese Person fehlt. Dann zeigt sich, dass die Organisation nicht wusste, wie der betreffende Bereich funktioniert. Sie wusste nur, wen sie fragen muss.

Die gefährlichsten Altlasten sind häufig unsichtbar

Offene Verbindlichkeiten findest Du jederzeit in Unterlagen, aber das Wissen, das an ganz spezifische Personen gebunden ist, erkennst Du nicht auf Anhieb. Ein Nachfolger kann einen vollständigen Vertrag vorliegen haben und trotzdem nicht wissen, warum bestimmte Klauseln enthalten sind. Die Kundenliste trifft selten eine Aussage darüber, welche Kundenbeziehung besonders empfindlich ist. Oder das Organigramm, das zwar schön und klar aussieht, aber all die informellen Beziehungen und Einflussnahmen im Alltag gar nicht erst darstellen kann.

Zu den unsichtbaren Altlasten gehören deshalb insbesondere:

  • Entscheidungsgründe
  • historische Konflikte
  • informelle Zusagen
  • persönliche Loyalitäten
  • Sondervereinbarungen
  • Abkürzungen im Prozess
  • stillschweigend tolerierte Ausnahmen
  • Erwartungen, die nie klar ausgesprochen wurden

Ein Teil davon lässt sich dokumentieren, ein anderer wird nur in Gesprächen sichtbar. Deshalb reicht es nicht, vor oder nach einer Übernahme nur Unterlagen zu lesen, Du musst unbedingt mit Menschen sprechen, und zwar deutlich mehr als nur mit dem bisherigen Inhaber. Ob Mitarbeitende, Führungskräfte, Kunden, Berater und Geschäftspartner, jeder sieht einen anderen Teil des Unternehmens. Aus diesen Teilen entsteht dann mit der Zeit ein Gesamtbild.

Wie Du einen ersten Befund erstellst

Du brauchst am Anfang vor allem einen vernünftigen Überblick. Dafür würde ich fünf Quellen nutzen.

1. Zahlen

Prüfe neben den Jahresabschlüssen auch:

  • Kontostände
  • offene Forderungen
  • fällige Zahlungen
  • wiederkehrende Kosten
  • Auftragseingang
  • Auftragsbestand
  • Deckungsbeiträge
  • nicht abgerechnete Leistungen
  • absehbare Investitionen

Ein Jahresabschluss kann korrekt sein und Dir trotzdem wenig darüber sagen, ob in sechs Wochen Geld fehlt.

2. Verträge und Verpflichtungen

Welche Verträge bestimmen den laufenden Betrieb? Wo bestehen ungewöhnliche Regelungen? Welche Verträge verlängern sich automatisch? Welche Kunden besitzen Sonderrechte? Welche Verpflichtungen wurden mündlich ergänzt? All das sind Fragen, die Du stellen solltest.

Besonders wichtig ist die Frage:

Welche Vereinbarung würde mich überraschen, wenn sich morgen jemand darauf beruft?

3. Gespräche

Frage Mitarbeitende doch, neben der bekannten Frage nach Problemen, mal andere Dinge.

Beispielsweise:

  • Was funktioniert nur, weil eine bestimmte Person da ist?
  • Welche Aufgabe ist offiziell anders geregelt als praktisch?
  • Was würde bei einem längeren Ausfall zuerst liegen bleiben?
  • Welche Zusage kennt nur ein kleiner Kreis?
  • Welcher Kunde erwartet eine Sonderbehandlung?
  • Welche Entscheidung wird immer wieder verschoben?
  • Wo verlieren wir regelmäßig Zeit oder Geld?

Menschen müssen zunächst einschätzen, ob Du tatsächlich verstehen willst oder nur nach Schuldigen suchst. Danach bekommst Du vermutlich die richtigen Antworten.

4. Beobachtung

Schau Dir an, wie Arbeit wirklich läuft. Wer wird angerufen, wenn etwas schwierig wird? Wer darf Entscheidungen treffen? Wer wird in Besprechungen übergangen? Welche Themen landen immer beim Inhaber? Wo warten Menschen auf eine Freigabe?

Das Organigramm zeigt die formale Organisation, der Alltag zeigt die tatsächliche.

5. Externe Fachleute

Ein Nachfolger muss nicht alles selbst können. Ganz im Gegenteil, wenn Du meinen Blog liest, wirst Du merken, dass man in der Regel nie zu einem Experten wird, sondern bestenfalls zu einem passablen Allrounder. Dafür gibt es aber Steuerberater, Anwälte, IT-Fachleute, Versicherungsberater, Banken oder andere Spezialisten, dieRisiken erkennen können, die intern längst normal geworden sind.

Wichtig ist nur, dass Du die Verantwortung für die Gesamtentscheidung nicht vollständig nach außen abgibst. Die Rückmeldung der Berater ist dessen Sicht auf sein Fachgebiet und eine Entscheidungsgrundlage für Dich. Was Du daraus machst, ist Deine unternehmerische Entscheidung.

Eine feste Standardreihenfolge funktioniert nicht

In meiner eigenen Übernahme war Liquidität, aus nachvollziehbaren Gründen, das dominierende Thema. Ohne Geld hätten wir weder Gehälter zahlen, noch den Betrieb fortführen können. Deshalb lag es nahe, Liquidität an die erste Stelle zu setzen.

Das bedeutet nicht, dass sie in jeder Nachfolge automatisch das dringendste Problem ist. In einem anderen Unternehmen kann der größte Kunde kurz vor der Kündigung stehen, ein kritisches IT-System kann ungesichert sein oder eine Schlüsselperson kann bereits gekündigt haben.

Eine allgemeingültige Liste wie

  1. Finanzen,
  2. Personal,
  3. Prozesse,
  4. Technik

hilft deshalb nur begrenzt. Die richtige Reihenfolge ergibt sich aus den möglichen Folgen – klassisches Risikomanagement also.

Wie Altlasten priorisiert werden können

Für jeden erkannten Punkt helfen Dir fünf Fragen. Die erste ist es absolut wert, auch an dieser Stelle zu stehen, denn sie verhindert zu schnelles Loslaufen, ohne sich vorher ein echtes Bild der Lage gemacht zu haben.

1. Was passiert, wenn wir nichts tun?

Bleibt lediglich eine Unannehmlichkeit bestehen, oder drohen Ausfälle, Kundenverlust, finanzielle Schäden, Fristversäumnisse oder blockierte Entscheidungen?

2. Wann tritt die Wirkung ein?

Ein Problem kann schwerwiegend sein, aber erst in zwei Jahren relevant werden, während ein anderes kleiner ist, aber bereits morgen einen ganz konkreten Schaden verursacht.

Dringlichkeit und Wichtigkeit sind nicht dasselbe.

3. Gibt es einen zweiten/alternativen Weg?

Kann eine andere Person übernehmen? Gibt es ein Ersatzsystem? Kann eine Frist verlängert werden? Existiert ein alternativer Lieferant?

Wenn es keinen zweiten Weg gibt, steigt die Priorität.

4. Wie lange dauert eine Lösung oder Wiederherstellung?

Ein fehlendes Passwort lässt sich vielleicht innerhalb eines Tages klären. Der Aufbau einer zweiten fachlichen Schlüsselperson dauert möglicherweise Jahre.

Je länger die Wiederherstellung benötigt, desto früher musst Du beginnen.

5. Welche Absicherung existiert bereits?

Nicht jede Abhängigkeit ist automatisch ungeschützt. Es kann Versicherungen, vertragliche Regelungen, Vertretungen, Reserven oder externe Unterstützung geben, die Du nicht auf Anhieb siehst. Diese Schutzmechanismen verändern die Priorität.

Was sofort gesichert werden sollte

Auch ohne vollständige Analyse gibt es einige Dinge, die bei einer ungeplanten Übernahme früh geklärt werden müssen.

Entscheidungsfähigkeit

Wer darf aktuell verbindlich entscheiden? Wer besitzt Unterschrifts-, Bank- und Vertretungsbefugnisse? Welche Entscheidungen können nicht warten?

Eine formale Geschäftsführung ist wichtig. Sie bedeutet aber noch nicht, dass im Alltag klar ist, wer welche Entscheidung übernimmt.

Zahlungsfähigkeit

Welche Zahlungen stehen an? Welche Einnahmen sind realistisch? Welche Rechnungen können gestellt werden? Welche Verpflichtungen sind fällig?

Hier zählt nicht nur die Bilanz, sondern der konkrete Kontostand. Wie mein langjähriger Bekannter Philip immer sagt, „Cash ist King„.

Kritische Leistungen

Welche Leistungen müssen weiter erbracht werden, damit Kunden, Mitarbeitende oder Behörden nicht unmittelbar betroffen sind?

Kundenkontakte

Welche Kunden benötigen schnell eine verlässliche Information? Wer ist dort Ansprechpartner? Welche Zusagen bestehen?

Fristen

Welche gesetzlichen, vertraglichen oder betrieblichen Fristen laufen? Das ist besonders wichtig, denn eine übersehene Frist kann teurer sein als ein grundsätzlich größeres Problem, das noch Zeit hat.

Zugänge und Unterlagen

Wer hat Zugriff auf Bankkonten, Systeme, Verträge, E-Mails, Kundendaten und technische Infrastruktur? Gerade bei einem plötzlichen Ausfall ist diese Frage alles andere als nebensächlich.

Was bewusst warten kann

Nach einer Übernahme ist der Impuls, alles sofort zu verändern, groß. Warum nicht ein neues Organigramm erstellen, dabei die Stellenbeschreibungen überarbeiten, eine neue Software einführen und bei der Gelegenheit auch gerade die Webseite mal komplett überarbeiten?

Das ist meistens keine gute Idee. Manche Altlasten sind zwar unschön, aber stabil. Sie funktionieren seit Jahren und werden nicht innerhalb der nächsten Wochen zum Problem. Andere Themen sind zwar wichtig, benötigen aber zunächst mehr Wissen, für dessen Erarbeitung Du Zeit brauchst.

Bevor Du alte Strukturen veränderst oder abschaffst, lerne sie zu verstehen. Eine provisorische Lösung kann das Ergebnis schlechter Entscheidungen sein – oder aber eine vernünftige Antwort auf ein Problem sein, das Du noch nicht kennst.

Du wirst nicht jede Altlast beseitigen

Es gehört auch zur Wahrheit dazu, dass Du nicht jedes Problem vollständig lösen kannst. Manche Verträge können nur begrenzt verbessert werden, oder sie unterliegen Änderungsbedingungen, die einzugehen nicht lohnt. Auch so manche Kundenbeziehungen bleiben personengebunden, weil die Bindung einfach groß ist. Bestimmtes Wissen lässt sich nicht innerhalb weniger Wochen übertragen und so manch ein technisches System wird (viel) länger weiterlaufen, als Dir lieb ist.

Das Ziel kann deshalb nicht sein, jede Altlast möglichst schnell zu entfernen, sondern die wesentlichen Risiken zu kennen und bewusst mit ihnen umzugehen.

Dazu können unterschiedliche Entscheidungen gehören:

  • beseitigen
  • begrenzen
  • absichern
  • übertragen
  • beobachten
  • verhandeln
  • oder bewusst akzeptieren

Die Entscheidung, nichts zu tun, ist auch eine Entscheidung. Sie sollte nur nicht aus Unwissenheit getroffen werden.

Offenheit gegenüber dem Team

In schwierigen Situationen gibt es zwei schlechte Extreme. Das erste besteht darin, jede eigene Sorge ungefiltert beim Team abzuladen, das zweite darin, künstliche Sicherheit vorzuspielen.

Als mein Vater starb, wusste bei uns jeder, dass die Situation schwierig war. Es hätte nichts gebracht, so zu tun, als sei alles vollständig geklärt. Meine Mutter sagte dem Team sinngemäß, dass sie das Unternehmen weiterführen möchte und dabei die Unterstützung aller benötigt. Im Prinzip also das Gegenteil dessen, was Management-Ratgeber so empfehlen.

Es war aber ehrlich. Führung bedeutet in solchen Momenten nicht, auf jede Frage eine fertige Antwort zu haben. Sie bedeutet, zwischen drei Dingen zu unterscheiden:

  • Was wissen wir sicher?
  • Was ist noch offen?
  • Was entscheiden oder prüfen wir als Nächstes?

Menschen können mit Unsicherheit umgehen. Schwieriger wird es, wenn sie merken, dass Führung etwas verschweigt oder selbst keinen Plan dafür besitzt, wie offene Fragen bearbeitet werden.

Was ich damals unterschätzt habe

Ich habe bei meiner eigenen Übernahme vieles nicht verstanden. Das war teilweise enorm hilfreich. Hätte ich das gesamte Risiko erkannt bzw. im Detail verstanden, wäre ich möglicherweise vorsichtiger gewesen und hätte manche Entscheidung gar nicht getroffen.

Es war aber auch gefährlich, denn ich wusste zu Beginn nicht, wie viele Zusammenhänge an einzelnen Menschen hingen. Ich verstand manche Zahlen nur unvollständig und hatte kein Gefühl dafür, wie wenig Wissen tatsächlich dokumentiert war. Dazu kam der Irrglaube, dass sie viele organisatorische und strukturelle Probleme einfach durch mehr Einsatz lösen lassen.

Das funktionierte erstaunlich oft. Es führte aber auch dazu, dass ich selbst zunehmend zum nächsten Flaschenhals wurde. Man kann also sagen, Altlasten verschwinden nicht automatisch mit einem engagierten Nachfolger. Sie sind einfach nur unter einem neuen Namen zu finden.

Ein kompakter Altlasten-Check

Nimm Dir für den Anfang eine kleine Liste vor, die auch wirklich machbar ist. Vollständige Unternehmensanalysen benötigen Zeit, die Du vielleicht nicht hast.

Beantworte deshalb zu Beginn nur diese Fragen:

Finanzen

  • Welche Zahlungen sind in den nächsten acht Wochen fällig?
  • Welche Einnahmen sind sicher, welche nur erwartet?
  • Welche Leistungen wurden erbracht, aber noch nicht abgerechnet?
  • Welche Kunden oder Produkte verursachen regelmäßig mehr Aufwand als angenommen?

Verträge

  • Welche Vereinbarungen enthalten ungewöhnliche Verpflichtungen?
  • Welche Verträge verlängern sich automatisch?
  • Welche Zusagen bestehen nur mündlich?
  • Bei welcher Regelung kennt nur der Vorgänger den Hintergrund?

Betrieb

  • Welche Leistung darf nicht ausfallen?
  • Welches System oder welche Maschine besitzt keinen realistischen Ersatz?
  • Welche Arbeit funktioniert nur durch manuelle Zwischenlösungen?
  • Welche Zugänge sind personengebunden?

Organisation

  • Bei wem landen schwierige Entscheidungen?
  • Welche Rolle besteht nur auf dem Papier?
  • Welche Vertretung kann Routinefälle bearbeiten, aber keine Ausnahmen?
  • Welche Kunden fragen nach einem Namen statt nach einer Funktion?
  • Was würde konkret liegen bleiben, wenn eine Schlüsselperson zwei Wochen fehlt?

Priorität

  • Welcher Punkt verursacht den größten Schaden, wenn wir nichts tun?
  • Welcher Schaden tritt zuerst ein?
  • Wo gibt es keinen zweiten Weg?
  • Welche Lösung benötigt besonders viel Vorlauf?
  • Was ist bereits ausreichend abgesichert?

Du wirst nach diesen Fragen vermutlich erkennen, wo Du als Nächstes genauer hinschauen solltest.

Zusammenfassung

Altlasten gehören zu fast jeder Unternehmensnachfolge und sie kommen in sehr verschiedenen Ausprägungen vor. Schulden, schlechte Verträge oder veraltete Technik sind offensichtlich und direkt sichtbar. Dagegen sind die Zusammenhänge, die über Jahre an bestimmte Menschen gebunden waren, oftmals lange Zeit komplett unsichtbar:

  • Wissen
  • Entscheidungen
  • Kundenbeziehungen
  • Ausnahmen
  • Zugänge
  • informelle Verantwortung

Nicht jede Altlast muss sofort beseitigt werden, sondern sie müssen erkannt und in ihrer Wirkung verstanden werden. Dann kannst Du ganz bewusste Entscheidungen treffen.

  • Was muss sofort gesichert werden?
  • Was benötigt eine fachliche Prüfung?
  • Was kann warten?
  • Was lässt sich nicht vollständig lösen, aber begrenzen?
  • Welche Abhängigkeit darf nicht einfach vom Vorgänger auf den Nachfolger übergehen?

Der Schreibtisch des Nachfolgers ist meisten voll mit Dingen, die andere angefangen, verschoben oder irgendwie am Laufen gehalten haben. Deine Aufgabe ist nicht, alles sofort in Ordnung zu bringen, sondern dafür zu sorgen, dass nichts Wesentliches allein deshalb zum Problem wird, weil niemand rechtzeitig hingeschaut hat.

Weiterführende Inhalte

  • Kunden über die Unternehmensnachfolge informieren: Reihenfolge, Inhalte und Vorlagen
  • Rollen im Unternehmen: Warum Rolle und Person getrennt werden müssen
  • Wenn eine Schlüsselperson ausfällt: Was zuerst fehlt
  • Wobei ich bei Ausfall, Nachfolge und Personenabhängigkeit helfe
  • Meine Geschichte: ungeplante Übernahme, Aufbau und Übergabe
30. Mai 2017/3 Kommentare/von Jan Hossfeld

Episoden

FUFM017: Eine Einführung in GTD

Es ist keine Neuigkeit mehr, dass unsere Leben komplexer werden. Was für jeden von uns gilt, trifft Nachfolger ganz besonders. Denn zu ihrem eh schon vorhandenen Leben kommen viele neue Aufgaben hinzu. In Episode 10 hatte ich das bereits angerissen.

Damit Du diese Fülle bewältigen kannst, benötigst Du eine gute Struktur. Ich habe viele verschiedene Systeme ausprobiert. Seit zwei Jahren wende ich Getting Things Done (GTD) von David Allen an. Für mich hat es vieles verbessert und mir dringend benötigte Übersicht gebracht.

Deshalb will ich es Dir heute kurz vorstellen und Dir grob erklären, wie es funktioniert. Dabei gehe ich natürlich auch darauf ein, für wen es vielleicht nicht geeignet ist, oder wo es seine Schwächen hat.

Links zur Episode:

  • David Allen: Getting Things Done bei Amazon (Affiliate Link)
  • Getting Things Done – Offizielle Homepage
  • JanHossfeld.de – Getting Things Done und Bullet Journaling im direkten Vergleich
  • Jetzt vormerken lassen: Nachfolge-Barcamp

5. Januar 2017/0 Kommentare/von Jan Hossfeld

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